Gesundheit und Wohlergehen fördern: Investiere in Mental-Health-Aktien

12.5 % der Weltbevölkerung leben mit psychischen Störungen. Da die medizinische Betreuung ungenügend ist, erhöht die UNO die Ausgaben zur Förderung der mentalen Gesundheit. Das bietet Investmentpotenzial.

Inhaltsverzeichnis:

wiLLBe-Talk «Wie gehen wir als Gesellschaft mit mentalen Erkrankungen um?»

Im wiLLBe-Talk zu Mental Health unterhalten wir uns mit Dr. Marc Risch. Im Teil zwei (siehe witer unten) sprechen wir über das Thema «Generation Angst».

Mental-Health verursacht hohe Kosten für alle

Als Teilbereich der Medizin fokussiert mentale Gesundheit (auf Neudeutsch Mental-Health) auf das psychische Wohlergehen. Als psychische Störung verstehen Expert:innen eine Störung der Wahrnehmung, der Emotionsregulation oder des Verhaltens einer Person. Sie äussert sich entweder in Form von Stress oder Beeinträchtigungen in wichtigen Funktionsbereichen. Häufig sind längere Arbeitsabsenzen und Integrationsschwierigkeiten die Folge. Die Kosten von psychischen Leiden in den 28 Mitgliedsländern der Europäischen Union (EU) belaufen sich auf über EUR 600 Milliarden oder knapp vier Prozent des Bruttosozialproduktes.

Gemäss dem World Economic Forum (WEF) kosteten psychische Erkrankungen die Weltwirtschaft im Jahr 2010 USD 2.5 Billionen. Das stellt knapp drei Prozent des weltweiten Bruttosozialproduktes dar. Bis 2030 prognostiziert das WEF mehr als eine Verdopplung auf USD 6 Billionen. Diese Summe würde die kumulierten Kosten für Krebserkrankungen, Diabetes und chronische Atemwegserkrankungen übertreffen.

wiLLBe-Talk Teil 2: «Generation Angst»

Dr. Marc Risch zu mentale Gesundheit in der «Generation Angst. Im dritten Teil (s.u.) sprechen wir über die Folgen für die Gesellschaft durch mentale Erkrankungen.

12.5 Prozent der Menschen leiden unter psychischen Störungen

Gemäss der Weltgesundheitsorganisation (WHO) litt 2019 weltweit einer von acht Menschen an einer psychischen Störung. Dieser Anteil war im Zeitverlauf zuvor stabil, dürfte sich aber aufgrund der Pandemie nun erhöht haben. Frauen sind mit einem Anteil von 52.4 Prozent etwas häufiger betroffen als Männer und in vermögenden Ländern treten psychische Störungen häufiger auf als in ärmeren, wobei der Unterschied nicht substanziell ist.

Bevölkerungsanteil mit psychischen Störungen nach Ländertypen

Chart: Bevölkerungsanteil mit psychischen Störungen nach Ländertypen
Quelle: World mental health report 2022, LLB (eigene Darstellung) 

Fünf häufigsten Mental-Health Erkrankungen

Zu den fünf wichtigsten psychischen Störungen im Jahr 2019 zählen:

  • Angststörungen: 301 Millionen Menschen (davon 58 Millionen Kinder und Jugendliche)
  • Depressionen: 280 Millionen Menschen (davon 23 Millionen Kinder und Jugendliche)
  • Bipolare Störungen: 40 Millionen Menschen
  • Schizophrenie: 24 Millionen Menschen
  • Magersucht (Anorexia): 14 Millionen Menschen

Psychische Störungen nach Art

Chart: Psychische Störungen nach Art
Quelle: World mental health report 2022, LLB (eigene Darstellung)

wiLLBe-Talk Teil 3: «Folgen für die Gesellschaft»

Im letzten Teil sprechen Dr. Marc Risch und Janine darüber, was aus Sicht mentaler Gesundheit das grösste Problem moderner Gesellschaften in.

WHO prangert ungenügende medizinische Betreuung an

Einige dieser Krankheiten können mit psychologischer oder psychiatrischer Hilfe behandelt werden. Dennoch werden die meisten betroffenen Menschen nicht wirksam medizinisch versorgt. Gemäss WHO erhalten beispielsweise nur 29 Prozent der Menschen mit Psychosen und ein Drittel der Menschen mit Depressionen eine geeignete medizinische Behandlung. Lediglich zwei Prozent der Gesundheitsausgaben werden für die mentale Gesundheit ausgegeben.

Mental-Health aus Impact-Investment-Sicht

Mentale Gesundheit ist ohne Zweifel ein wichtiger Faktor für die Erreichung des dritten Ziels der Sustainable Development Goals (SDG) der UNO – «Gesundheit und Wohlergehen» –, und zwar sowohl in Bezug auf die Anzahl der Betroffenen als auch die Folgekosten. Deshalb hat die WHO eine Initiative zur Förderung der psychischen Gesundheit gestartet. Die UNO will zwischen 2019 und 2023 in zwölf Ländern 100 Millionen Menschen Zugang zu einer hochwertigen und erschwinglichen Versorgung für psychische Erkrankungen ermöglichen. Dieses Beispiel zeigt, dass die Ausgaben für die Behandlung von psychischen Störungen in den nächsten Jahren ansteigen dürften, um das SDG 3 zu erreichen. Deshalb sehen wir für Mental-Health-Aktien sowohl Impact- als auch Kurspotenzial.

Viele Psychiater:innen, Psycholog:innen sowie andere Gesundheitsdienstleister widmen sich spezifisch der mentalen Gesundheit. Allerdings sind diese Anbieter nicht kotiert. Einige wenige kotierte Unternehmen bieten Dienstleistungen auf diesem Gebiet an, ihre Geschäftsmodelle sind allerdings aus unserer Sicht zu einseitig auf eine einzelne Krankheit fokussiert. Die Investment Cases erfüllen zudem unsere hohen Anforderungen nicht.

wiLLBe-Investor:innen können in Pharmaunternehmen anlegen, die Medikamente gegen psychische Erkrankungen entwickeln oder produzieren. Im wiLLBe-Gesundheitsthema investieren wir beispielsweise in Siegfried Holding. Als international renommierter Outsourcing-Partner produziert Siegfried Holding u. a. Medikamente gegen Depressionen und bipolare Störungen.

Grifols gehört in ein Impact-Portfolio mit Fokus Gesundheit, weil das Unternehmen Demenz und Alzheimer intensiv erforscht. Gesundheitsexpert:innen gehen davon aus, dass sich die Zahl der an Demenz erkrankten Menschen bis 2050 verdreifachen wird. Alzheimer ist weltweit die fünfthäufigste Todesursache. Weitere Forschungsfortschritte in diesen Gebieten könnten langfristig einer breiten Bevölkerungsschicht zugutekommen.

Komplementäre und alternative Medizinformen wie z. B. die orthomolekulare Medizin gewinnen immer mehr Zuwachs. In Studien wurde nachgewiesen, dass eine gesunde Ernährung mit Enzymen und Probiotika die mentale Resilienz z. B. bei Schichtarbeit steigern kann. Für andere stressreiche Jobprofile können Enzyme und Probiotika die mentale Gesundheit ebenso verbessern. Im wiLLBe-Gesundheitsthema investieren wir für diese Thematik in Chr. Hansen. Das dänische Unternehmen ist ein weltweit führender Produzent von Enzymen und Probiotika.

Impact der willBe-Aktien im Bereich «Mental-Health»

Die in diesem Blog erwähnten Aktien weisen eine klar bessere Klimaperformance auf als der Benchmark MSCI World. Verglichen mit dem MSCI World arbeiten sie mit besseren betriebswirtschaftlichen Kennzahlen wie z. B. einer höheren EBITDA-Marge, was die höhere Aktienbewertung durchaus rechtfertigt. Für uns sind die drei Aktien attraktive Möglichkeiten, in das UNO-Nachhaltigkeitsziel SDG 3 zu investieren.

Impact von Siegfried Holding, Grifols und Chr. Hansen

 MSCI World 1) Durchschnitt der von wiLLBe
ausgewählten Themen 1); 2)
Implizite Temperatur2.28 °C 1.07 °C
CO2-Emissionen 3)0.2020.041
Energiekonsum (MWh) 4)1.460.145
1) je investiertem CHF
2) für das gleichgewichtete Portfolio der wiLLBe-Empfehlungen per 05. September 2022
3) CO2-Gramm pro USD Marktkapitalisierung, je Tag
4) MW-Stunden pro USD Marktkapitalisierung, je Tag

Traditionelle Finanzkennzahlen von Siegfried Holding, Grifols und Chr. Hansen

 MSCI World Durchschnitt von Herstellern
von Windkraftanlagen 1)
EBITDA-Gewinnmarge 2022E 20.8 % 24.8 %
Aktienbewertung EV/EBITDA 2022E 8.8 x14.6 x
Dividendenrendite 2022E 2.3 %1.6 %
1) für das gleichgewichtete Portfolio der wiLLBe-Empfehlungen per 05. September 2022
Portrait Javier Lodeiro

Javier Lodeiro

Experte für Impact Investing bei wiLLBe

Egal, ob es um erneuerbare Energien, nachhaltige Anlagen oder Biodiversität geht, Javier Lodeiro behält den Durchblick. Als LLB-Fondsmanager und langjähriger Finanzanalyst verfolgt und analysiert er bei der LLB die Nachhaltigkeitstrends. Javier begleitet dich auf deinem Weg als Investor:in mit Impact gerne mit Hintergründen und praktischen Tipps, damit wir nachfolgenden Generationen gemeinsam eine möglichst intakte Welt übergeben können.